Als evangelische Einrichtung sehen wir in der christlichen Erziehung einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit. Die religiöse Früherziehung wird in alle Bereiche aufgenommen und nicht als gesonderter Teil unserer Arbeit gesehen. Hierzu gehören das Erzählen biblischer Geschichten, das gemeinsame Singen und Beten inner- und außerhalb unseres Bibelkreises, welcher 1x wöchentlich stattfindet, das Feiern von kirchlichen Festen und das gestalten von Familiengottesdiensten.

Der Kindergarten ist eine notwendige und wünschenswerte Ergänzung der Erziehung in der Familie, der erweiternd und kompensierend den Entwicklungsverlauf des Kindes mitverantwortet. Er soll die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes orientiert an seiner individuellen Entwicklungs- und Lerngeschichte fördern.
Wir arbeiten nach dem lebensbezogenen Ansatz nach Norbert Huppertz.

„Lebensbezogen“ heißt dieser didaktische Ansatz, weil das Leben und das Lernen der Kinder – in Gemeinschaft mit Erzieherinnen und Erziehern – im Vordergrund stehen.
Wichtig und maßgeblich sind dabei:

  • Gelingendes Leben für alle - in Gegenwart und Zukunft (u.a. auch Schulvorbereitung und Schulerfolg)
  • Zusammenleben mit Kindern von Behinderung bedroht
  • Leben als Vergangenheit schätzen (Tradition, Kulturgüter vermitteln)
  • Über-leben von Menschheit und Natur – Weiterleben
  • Er-leben als Methode und Prinzip
  • Wirkliches Leben, z.B. gesellschaftliche Zustände, ernst nehmen

Außerdem lassen wir Aspekte der offenen Arbeit nach Gerhard Regel und Axel Jan Wieland einfließen.

Dem Konzept der "offenen Arbeit" liegt ein Partizipationsverständnis zugrunde, das alle Betroffenen zu aktiven Gestaltern und Akteuren ihrer Umwelt macht. Ihm wohnt die Überzeugung inne, dass Erwachsene auf die Entwicklungspotenziale von Kindern vertrauen können und das Kinder in selbst-initiierten, - gesteuerten und - geregelten Situationen optimale Lernvoraussetzungen für ihre persönliche Entwicklungschancen finden können.
Erwachsene finden sich in der Rolle als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer, Unterstützer, Berater, Resonanzgeber und Coach wieder. In der offenen Arbeit wird das Kind von seinem Wesen her als grundsätzlich aktiv, neugierig und interessiert angesehen. Es braucht daher nicht unentwegt von den ErzieherInnen stimuliert, motiviert und angespornt werden.

Wichtiger ist eine gut vorbereitete Umgebung, d.h. anregende (Funktions-)räume (innen und außen), gute Ausstattungen und ausreichende Spiel-, Verbrauchs- und Beschäftigungsmaterialien (auch Werkzeuge). Die Offene Arbeit im Kindergarten eignet sich für alle Kinder. Da die Erzieherin keine starren Programme und Pläne für alle Kinder abarbeitet (alle zum gleichen Zeitpunkt die gleichen Anforderungen oder Aktivitäten) hat sie z.B. gegenüber KollegInnen in herkömmlich arbeitenden Kindergärten den Vorteil, sich speziell um besonders zuwendungsbedürftige Kinder kümmern zu können.

Voraussetzung für gelingendes Lernen im offenen (wie in konventionell arbeitenden) Kindergärten ist eine gute Eingewöhnung der Kinder und ein stabiler Bindungsaufbau zur "Eingewöhnungserzieherin". Das von dem Berliner Infans-Institut (Hajo Laewen und Beate Andres) entwickelte Berliner Eingewöhnungsmodell bietet hierzu in vielen Einrichtungen wirksame Unterstützung. Dort gilt: erst wenn die Erzieherin ein Kind in einer Notsituation erfolgreich trösten kann, ist das Kind zufriedenstellend eingewöhnt. Erst dann kann das Kind in Ruhe und mit der nötigen Gelassenheit seinen verschiedenen Interessen und Beschäftigungen nachgehen.

In Gesprächskreisen und/oder anderen Beteiligungsrunden erhalten die Kinder die Möglichkeit sich in demokratischen Beteiligungsformen zu üben. Hier wird die Idee verfolgt, ein Gremium zu haben, indem Regeln, zeitliche Abläufe und Gestaltungsideen altersgerecht mit allen Kindern und ErzieherInnen besprochen werden können. Insbesondere die in jüngster Zeit vorgelegten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Hirnforschung haben dem Konzept der offenen Arbeit in Aktivkindergärten erheblichen Auftrieb gebracht. Sie zeigen, dass hier erfahrene PraktikerInnen ein Arbeitsmodell auf den Weg gebracht haben das große Chancen für eine zukunftsorientierte Elementarpädagogik in sich birgt.