„Spiel ist die quantitative und qualitative Haupttätigkeit eines drei – bis sechsjährigen Kindes“

 

Sigurd Hebenstreit
Kindzentrierte Kindergartenarbeit


Es gibt kaum Spiele, die von Kindern nicht angenommen werden, wenn man ihnen die notwendige Zeit zur Verfügung lässt.

Norbert Huppertz
Lebensbezogener Ansatz

Das Spiel nimmt in der Einrichtung einen hohen Stellenwert ein.
Wir geben den Kindern Raum und Zeit für ihr Spielen. Unsere Betreuungszeit ist so wenig wie möglich in Zeitphasen eingeteilt. Uns ist wichtig, dass die Kinder ihren Zeitrhythmus finden und erleben, ohne das Gefühl zu haben, gedrängt zu werden. Langsamkeit lassen wir zu. Unsere Kinder erleben immer öfter, dass es „keine Zeit“ gibt. Weiterhin ist uns wichtig, dass die Kinder selbständig entscheiden, in welcher Gruppenzusammensetzung sie spielen möchten. Ob alleine oder mit einem Partner oder in einer Kleingruppe. Auch das Spielmaterial und den Spielort bestimmt das Kind selbst.


Förderung der Selbständigkeit

Die Auseinandersetzung mit dem Spielmaterial, der Kontakt mit anderen Kindern und die Stärkung der eigenen Rolle in der Gruppe fördern das Sozialverhalten und die Konfliktfähigkeit

Der Raum und das Material können verschieden eingesetzt werden, so kann z.B. die Puppenecke ein Friseursalon, ein Eiscafé oder eine Reinigung werden.
Die Leseecke, eine Höhle zum Kuscheln, Tische und Stühle eine Eisenbahn usw. Damit ermöglichen wir den Kindern eine kreative Gestaltung der Gruppe.
Der Erzieherin kommt eine beobachtende Funktion zu.

Während des Vormittags bieten wir verschiedene Angebote / Projekte unter Berücksichtigung des KiBiz an.
 
Die Tageseinrichtung hat einen ihren eigenen Erziehungs- und Bildungsauftrag im ständigen Kontakt mit der Familie und anderen Erziehungsberechtigten durchzuführen.

Unter Beachtung trägerspezifischer Bildungsbereiche, wie religiöser Bildung, verständigen sich die Partner der Vereinbarung auf ein Konzept zur Gestaltung von Bildungsaufgaben, dem insbesondere nachfolgende Bildungsbereiche und Selbstbildungs-Potenziale zu Grunde liegen.

Diese Bildungsbereiche sind

 

  • Bewegung,
  • Spielen und Gestalten, Medien
  • Sprache(n) sowie
  • Natur und kulturelle Umwelt(en)


Die Selbstbildungspotenziale sind

 

  • Differenzierung von Wahrnehmungserfahrung über die Körpersinne,

über die Fernsinne und über die Gefühle,

  • innere Verarbeitung durch Eigenkonstruktionen, durch Fantasie, durch sprachliches
  • Denken und durch naturwissenschaftlich -  logisches Denken,
  • soziale Beziehungen und Beziehungen zur sachlichen Umwelt,
  • Umgang mit Komplexität und Lernen in Sinneszusammenhängen sowie
  • forschendes Lernen.

 
Die Themen der Projekte befassen sich zum Teil mit der Vermittlung von Techniken oder sind einem Rahmenthema zugeordnet. Die Themen beschäftigen sich mit Jahreszeiten, Festen oder sozialen Themen.
Oftmals entwickelt sich ein Thema aus den Gesprächen und Ideen der Kinder.
Tradition und Rituale bestimmen auch diese Themen.
So werden Weihnachten z.B. Sterne ausgeschnitten oder zu Ostern Osterdekorationen frei gestaltet.

An der Gestaltung beteiligen sich die Kinder aktiv. Sie bringen aus dem eigenen Umfeld Informationen, Vorschläge oder Ideen mit und entscheiden über die Aktionen.
Die Kinder erhalten durch Erfahrung einen Bezug zu ihrer eigenen Leistung und haben die Möglichkeit Erfahrungen mit Erfolg und Misserfolg zu sammeln.
Neugierde entsteht, wenn wir kindliche Erfahrungen zulassen.

Gebastelte Werke, Fotos, Geschichten werden in einer Sammelmappe (Portfolio), für jedes Kind, gesammelt.
Regelmäßige Einkäufe für das  Frühstück oder für andere hauswirtschaftliche Tätigkeiten z. B. Kuchen, Brot oder Plätzchen backen, werden in unseren Geschäften im Ort von den Kindern, einer Erzieherin oder unserer Hauswirtschaftskraft erledigt. Die Kinder werden aktiv in die Entscheidung, die Vorbereitung und den Einkauf mit einbezogen. Sie wiegen oder zählen das Obst, suchen die Lebensmittel aus und bezahlen an der Kasse.
Die Kinder übernehmen Verantwortung und erlangen Sicherheit.

Im Garten sind die Kinder in die Gartenpflege mit einbezogen. Mit einer Erzieherin, unserem Hausmeister und Mitarbeiter/innen der Grünen Schule bearbeiten sie den Garten. Der Kontakt mit anderen Menschen ist uns wichtig.
Besuche der Bücherei oder des Wochenmarktes runden diese Projekte ab.

Beständig seit haben wir zwei behinderte Kinder pro Kindergartenjahr.
Das Zusammenleben betrachten wir als selbstverständlich. Die Kinder nehmen an allen Projekten des Kindergartens teil und sind in das Alltägliche mit einbezogen.
Im Spiel lernen die Kinder Hilfen zugeben und stärken ihr Sozialverhalten. Die integrativen Kinder erfahren Motivation und Anregung.
Die Eltern unserer integrativen Kinder erhalten Unterstützung und Beratung von den Erzieherinnen. Sie begleiten die Eltern und Kinder bei Therapiebesuchen, unterstützen die Zusammenarbeit und halten den Kontakt zwischen den Institutionen.

Wir betrachten das Zusammenleben als eine Bereicherung in unserer Einrichtung.Die Selbständigkeit der Kinder im Kindergartenalltag steht an erster Stelle. Das Kind soll sich so selbständig wie möglich im Kindergarten bewegen können.

Integration von anderen Kulturen und Religionen:
Verschiedene Religionen und Kulturen bringen andere Sitten und Gebräuche mit in unseren Kindergarten.

Die Kinder, deren Muttersprache nicht deutsch ist, lernen spielerisch untereinander die deutsche Sprache. Zusätzlich erhalten diese Kinder eine individuelle Sprachförderung, im Rahmen der Sprachstandserhebung „Delfin Test“.

Wir achten die Muttersprache der Familien und Kinder. Bei Elternnachmittagen oder Informationen helfen uns andere Eltern zu übersetzen, wobei die meisten unserer Eltern die deutsche Sprache in Schrift und Wort beherrschen.
 

Beim Essen im Kindergarten beachten die Erzieherinnen die Regeln des islamischen Glaubens.


Bei gemeinsamen Veranstaltungen und Festen in der Gemeinde und im Kindergarten beteiligen sich die Eltern gerne und stellen z. B. Speisen aus ihrem Land vor.

Durch die Veränderung der Gruppentypen haben wir nur noch wenige Kinder, die eine andere Religion als evangelisch angehören. Die Aufnahmekriterien und das nur 12 Kinder pro Jahr aufgenommen werden können, bestimmt, dass der größte Teil der Kinder evangelisch ist.